Das Kammerkreuz

Es steht im Wald hinter Büscheid am Weg zu der Villa. Das Kreuz stand schon lange an dem Platz, als um 1900 die Villa von Mauermeister Pauli für den Tabakfabrikanten Böhninger aus Düsseldorf erbaut wurde. Auf dem dreiteiligen Kreuz stehen verschiedene Jahreszahlen. Auf dem oberen Teil unter der Jesusfigur steht die Zahl 1760. In der Mitte steht die Zahl 1853, während auf dem unteren Teil neben dem Namen „Kaspar Kirsten“ die Zahl 1850 steht.

Möglicherweise erinnert dieses Kreuz an einem Unfall im Wald, es kann aber auch mit der Geschichte des „Galgenberges“ in Verbindung stehen.

 

In früherer Zeit, als das Hochgericht auf Kirchhof (heute Gut Kirchhof) Gericht hielt, wurden die zum Tode Verurteilten auf dem Galgenberg gehenkt. Der Galgenberg ist der Felsen hinter der heutigen Neumühle und war weit ins Land zu sehen. Vor einigen Jahren wurde in der Stockwiese am Fuße des Berges ein gut erhaltenes Halseisen gefunden. Laut dem Historiker Dr. Petry ein Zeichen dafür, dass die Verurteilten auch gefoltert wurden. Ganz in der Nähe des ehemaligen Richtplatzes steht das Kreuz. Vielleicht wurde es errichtet, damit die Angehörigen und Verwanden des Verurteilten eine Platz fanden, an dem sie sich ausweinen und Trost finden konnten. Von einigen Leuten im Dorf wird das Kreuz „Kaspar-Kirsten-Kreuz“ genannt. Kaspar Kirsten war um 1850 Maurermeister in Altrich, vielleicht hatte er damals das Kreuz restauriert oder ersetzt, da auch sein Name auf dem Kreuz zu finden ist. Es ist ein weiteres Kreuz der sieben Fußfälle.

 

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