Männergesangverein

Die Geburt des Männergesangsvereins

Es war der 01.08.1919: „Herr Matthias Spreng und Herr Matthias Neumann beriefen eine Versammlung zwecks Gründung eines Gesangvereins ein“.

Dieser Einladung waren viele sangeslustige Männer gefolgt. Nach kurzer Aussprache wurde ein Gesangverein ins Leben gerufen, dem dann gleich 16 Männer beitraten. Von der Gründungsversammlung wurde Matthias Westhöfer zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Schriftführer wurde Matthias Neumann und Kassierer Johann Neubürger. Als erster Chorleiter stellte sich Herr Adam Wagner zur Verfügung.

Dieser Gründungsakt war also die Geburtsstunde unseres Männergesangvereins und wir können heute mit Freude feststellen, dass unseren Gründungsvätern mit Weitblick Großes gelungen ist. Die Fahnenweihe fand am 25. Juni 1922 im Rahmen eines Stiftungsfestes statt.

Sängerfest zum 20-jährigen Bestehen im Juli 1939

„Mein erster Auftritt“

(Herbert Thiel)

1907 wurde in Wuppertal – Kronenberg ein Männergesangverein gegründet. Er nannte sich „Einigkeit Kronenberg“. Überwiegend bestand er aus Arbeitern der Firma „Palzer-Werkzeugfabrik“. Auf der Suche nach Arbeit landeten damals auch viele junge Männer aus Altrich im „Ruhrpott“, so auch die Gebrüder Botzet von der Rotmühle und Hans Kaspari. Sie wurden Mitglied im Verein „Einigkeit Kronenberg“, was dann der Auslöser für eine lange freundschaftliche Beziehung zwischen dem MGV Altrich und dem MGV Einigkeit Kronenberg war. Als 1939 das 20. Stiftungsfest gefeiert wurde, kam der Kronenberger Bruderverein zum wiederholten Male zum Sängerwettstreit nach Altrich.

Die Anreise erfolgte mit der Bahn. Es wurden nicht nur die persönlichen Utensilien mitgebracht. Kofferweise wurde auch Werkzeug wie Zangen, Schraubenzieher, Rohrzangen aus der Produktion der Firma Palzer mit nach Altrich geschleppt. Am „Maschinenschoben“ (Festhalle) kam es dann zu einer großen Verkaufsaktion zu Gunsten der Vereinskasse von Einigkeit Kronenberg. So etwas hatte es bisher in Altrich noch nicht gegeben. Das Sängerfest fand, wie damals üblich, sonntags und montags statt. Mit den Kronenberger Gästen wurde aber bereits am Samstag in der Festhalle gefeiert. Der Festkommers begann am Sonntag mit dem Empfang der Brudervereine. In Begleitung der Musikkapelle des III. Infanterie-Regiments 105 aus Wittlich wurde vom Vereinslokal zur Festhalle marschiert. Ich durfte damals schon als 11-Jähriger in einer Schola, die unter der Leitung von Herrn Bernhard aus Lüxem stand, mitsingen. Die erste Strophe des Liedes „Vaterländische Hymne“

„Ich bin ein deutscher Knabe, ich hab’ die Heimat lieb,
wo Gott in alle Gauen den Gnadenbrief uns schrieb.
Die Täler und der Auen Pracht,
die zieht mich an mit Zaubermacht!
Ich bin ein deutscher Knabe und hab’ die Heimat lieb“.

Friedchen Spang durfte bei dieser Gelegenheit das „Lied der Freude“ von Beethoven vortragen.

Vereinsgeschichte – 1960

In einer Generalversammlung im November ging es darum, ob der Verein noch weiterhin singen wird oder nicht. Mit den Worten des Ehrenvorsitzenden Willi Botzet wurde die Situation des Vereins als eine „schaurige“ dargestellt. Auslöser für diese missliche Lage war der schlechte Besuch der Proben, die dann auch eingestellt wurden. Alle gelobten Besserung, die Proben wurden wieder aufgenommen.

Vereinsgeschichte – 1962 und 1963

Die Vereinstätigkeiten ruhten bis Mai 1963, da der Dirigent Josef Botzet sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte.

Ab 1. Mai 1963 übernahm Herr Hans-Günter Poth die Leitung des Chores. Es kam dann in den nächsten Jahren zu einer engen Zusammenarbeit mit dem MGV Wittlich, der ebenfalls von Hans-Günter Poth geleitet wurde.

Vereinsgeschichte – 1984

Vom 29.Juni bis 01. Juli wurde das 65. Stiftungsfest gefeiert. 22 Vereine erfreuten das Publikum mit Chorgesang in der Halle am Klausener Weg. Der Sänger Vinzenz Kaspari wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Zu den Gratulanten gehörte auch Peter Pauly aus Kassel, ein gebürtiger Altricher, der ein Liedgut und einen Scheck überreichte. Der Chorgesang kam voll auf seine Kosten. Der finanzielle Erfolg wurde als mäßig bis zufrieden stellend beurteilt. Bei der Ehrung der Gemeinde „Unser Dorf soll schöner werden“ gab der MGV stellvertretend für alle Vereine der Feier in Zeltingen einen festlichen Rahmen. Der Gemeinde wurde eine silberne Plakette überreicht. Vom 22. bis 23. September unternahm der Verein einen Ausflug an den Main mit einem großen Besichtigungsprogramm.

In Würzburg fand eine Stadtbesichtigung statt, in deren Verlauf auch in der Residenzkirche gesungen wurde.

Vereinsgeschichte – 1999

„Schicke Sänger feiern Jubiläum“

Am 3. u. 4. Juli 1999 feierte der MGV Altrich sein 80-jähriges Jubiläum. Der Verein bestand damals aus 32 Aktiven. Gefeiert wurde in der Altreiahalle einschließlich Turnhalle. Gäste bei dieser großen Feier waren auch die Boxteler Freunde des Chores St. Petrus en St. Cecilia.

Zu der Feier präsentierten sich die Männer in schmucker neuer Uniform. Diese konnten wir damals mit einer großzügigen Unterstützung der Gemeinde anschaffen. So berichtete dann auch der TV zutreffend: „Schicke Sänger feiern Jubiläum“.

Doch bevor es soweit war, mussten die Männer des MGV das große Anproben-Prozedere über sich ergehen lassen. Die Firma Müller-Uniformen musste doch so manche Anpassung vornehmen, damit die besten Teile der Männer richtig verpackt waren. Dass sich die Investition gelohnt hat, versteht sich von selbst. Auch heute noch sind die Männer bei ihren Auftritten mit dieser Uniform unterwegs.

Vereinsgeschichte – 2001

Zu Beginn des Jahres ist im Verein aber auch im Vorstand eine Krise auszumachen. Zunehmend wird die Frage nach der Vereinszukunft gestellt. Bei der Mitgliederversammlung am 14. Januar 2001 ist die Absicht, die Vorstandsebene neu zu besetzen, mangels alternativer Interessenten nicht zu verwirklichen.

Am 1. und 2. September besuchten wir unsere Freunde in Boxtel. Im Vorfeld hörte man bei unseren Proben: „Het frolek s-challend feestchesang, weer klinke laüd en lang…“ Die Aufführung des „Zangersmarsches“ erntete großen Beifall.

Der bisherige Chorleiter Michael Meyer verlässt Ende 2000 wegen anderer beruflicher Aufgaben den MGV Altrich. Als neuer Chorleiter kann ab Januar 2001 Hans-Peter Koppelkamm aus Zeltingen-Rachtig gewonnen werden.

Vereinsgeschichte – 2003

Bei der Mitglieder-Versammlung am 09.März wurden drei verdiente, langjährige Sänger zu Ehrenmitgliedern ernannt: Manfred Graf, Hermann Neumann und Herbert Thiel. Der Vorsitzende, Karl-Josef Surges, überreichte eine Urkunde.

Am 08. November sorgten die Männer des MGV Altrich bei einem unterhaltsamen und geselligen Abend beim Männergesangverein Wittlich-Dorf für hanseatische Stimmung mit Seemannsliedern und dem entsprechenden Outfit.

Vereinsgeschichte – 2004

Das 85. Vereinsjubiläum wurde, verbunden mit einem Chor- und Liederabend, am 17. und 18. Juli gefeiert. Die Boxteler Freunde waren unsere Gäste und gestalteten die hl. Messe am Samstag. Sonntags begaben sich die beiden Vereine, Boxtel und Altrich von der Altreiahalle mit einem Fußmarsch zur Büscheider Kapelle. Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Herr Max Merrem, wurde gemeinsam das Lied von der Büscheider Kapelle gesungen. Text und Melodie des Kapellenliedes stammen von Frau Susanne Veit. Der MGV Altrich überreichte ein Bild von der Kapelle als Geschenk, gemalt von der Altricher Künstlerin, Edith Hill. Anschließend fand ein gemütliches Beisammensein mit den Boxteler Freunden statt. Der Wettergott meinte es an unserem Fest nicht gut mit uns. Gewitter und starker Regen waren ständige Begleiter.

Am Sonntag wurde das Mittagessen teilweise im Freien zubereitet. Doch Sturm und Gewitterregen führten zu einem abrupten Ende der Freilandaktivitäten.

Um so geselliger ging es in der Altreiahalle zu, bis sich die Gäste aus Holland wieder von uns verabschieden mussten.

Pia-Chor, ein zeitlich begrenztes Projekt mit Folgen …

Das Thema „Projektchor“ kam erstmals im Vorstand Ende des Jahres 2001 zur Sprache, wobei die Strukturen eines solchen Chores zunächst völlig offen waren. Man beschloss dann, ein Grobkonzept zu erstellen, und auf dieser Basis die Sänger bei der Mitgliederversammlung am 24.02.2002 mit in die Überlegungen einzubinden.

Dank der Zielstrebigkeit des Vorsitzenden Karl-Josef Surges und der Bereitschaft des Chorleiters Herrn Koppelkamm, mit in ein neues Projekt einzusteigen, kam es bei der Mitgliederversammlung zu einer positiven Gründungs-Entscheidung. Die Bedingungen für die Gründung eines zeitlich befristeten Chores „Projektchor“ lauteten nun:

• das Projekt beginnt im Sommer 2002,
• die Laufzeit ist bis zum Auftritt beim Herbstfest 2003 begrenzt,
• teilnehmen können Männer, Frauen, Kinder,
• es wird nicht vorausgesetzt, dass die Teilnehmer auch Vereinsmitglied werden,
• die Existenz des Männerchores wird nicht in Frage gestellt.

Nach einem öffentlichen Aufruf und der Verteilung von Info-Blättern in der Gemeinde kam es dann am 07. Juni 2002 zu einer Informationsveranstaltung für Interessierte, die einen großen Zuspruch fand. Mit der Probenarbeit konnte umgehend begonnen werden, wobei bei der Liedauswahl das Thema „Musical“ bestimmend war.

Ein großer gemischter Chor setzte sich nun aus bis zu 80 Sängerinnen und Sänger zusammen, wobei auch aus dem bestehenden Männerchor eine große Beteiligung erreicht werden konnte. Die Proben wurden mit Begeisterung besucht. Zielstrebig wurde der große Auftritt beim Herbstfest 2003 in Angriff genommen.

Das Herbstfest in der Feldscheune stand samstags unter dem Motto „Musical-Abend in Altrich“. Sängerin Monika Lenz und Sänger Johannes Morbach bereicherten mit gekonnten Soloeinlagen die Darbietungen. Eine Showtanzgruppe der Altricher Möhnen sorgte beim „Tanz der Vampire“ für sprühende Spannung. So konnte man als Resümee hören: „Das war eine ausgezeichnete Aufführung, so etwas hat es in Altrich noch nicht gegeben“.

Nach diesem geglückten Auftritt des PIA-Chores stellte sich natürlich die entscheidende Frage, wie geht es weiter mit diesem Projekt. Es stand zu diesem Zeitpunkt fest, dass die große Mehrheit der Projektchor-Mitglieder von der Musik begeistert war und die Absicht bekundete, weiterhin in einer solchen Gemeinschaft mitzusingen. So entschloss sich der Vorstand, die Gunst der Stunde zu nutzen und einen zweiten Chor auf Dauer zu etablieren. Dies konnte aber nur unter der Bedingung einer Vereinsmitgliedschaft geschehen. Bei der Mitgliederversammlung am 29.02.2004 wurde die Satzung des MGV entsprechend angepasst. Dies geschah mit der Öffnungsklausel: „Singendes Mitglied kann jede stimmbegabte Person, unabhängig von Alter und Geschlecht sein“.

So kann der MGV zu Recht auch mit Stolz darauf hinweisen, dass er inzwischen mit zwei Chören erfolgreich die kulturelle Landschaft in Altrich mitgestaltet. Besonders zu erwähnen ist, dass nicht nur „Altricher“ im PIA-Chor singen, sondern auch Frauen und Männer aus unseren Nachbarorten gerne dieses Angebot annehmen. Nicht unerheblich ist auch die Zahl der Partner-Mitgliedschaften im PIA-Chor.

Der TV hat sicher schon anlässlich des Konzertes am 13.05.06 zutreffend festgestellt: „PIA bringt Schwung“. Auch die Zukunft will der Verein mit diesem Chor schwungvoll angehen.